Invasion aus unserer Welt
In diesem Buch beschreibe ich eine Invasion, die mehr oder weniger unbemerkt stattfindet. Diese Invasion hat einen großen Einfluss auf unsere Umwelt und in gewissem Maße auch auf uns. Damit ist die Invasion von Tieren und Pflanzen aus anderen Ländern der Erde in unsere Ökosysteme gemeint. Manche dieser Arten sind klein und unauffällig und werden kaum wahrgenommen, andere erreichen eine Größe, ab der sie nicht mehr zu übersehen sind. Dummerweise ist ein Großteil dieser Arten mit voller Absicht eingebürgert worden, ohne die Gefahren für Einheimische Arten zu bedenken. Einige Arten sind im Zug der Antipelzkampagne unüberlegt in die Freiheit entlassen worden, und viele Pflanzen wurden durch Gartenliebhaber in der Natur ausgesät. So langsam begreifen zumindest einige, dass ganze Ökosysteme dadurch in Gefahr geraten.

Man könnte die Meinung vertreten, was der Mensch eingeschleppt hat, das kann er auch wieder beseitigen. Leider hat sich das als nicht so einfach herausgestellt. Sehr viele dieser Invasoren oder besser Neobiota haben bei uns einen Lebensraum angetroffen, der ihnen ideale Bedingungen bietet. In diesem Lebensraum haben sie sich erstaunlich vermehren können und sind nur noch schwer beherrschbar. Alleine bei den tierischen Invasoren geht man mittlerweile von über tausend Arten aus, die sich einen zum Teil erbarmungslosen Krieg mit einheimischen Arten liefern.Allgemein hat sich das Jahr 1492 (Columbus Entdeckung Amerikas) als Regel etabliert, wer Einwanderer ist und wer nicht. Ob diese Betrachtungsweise angebracht ist oder nicht, ist strittig.

Einige Ökologen sehen die Invasoren (Neozoen) als Bereicherung unseres Ökosystems und fordern ihren unbedingten Schutz. Das ist der Traum von Multikulti im Tierreich, für die einheimischen Arten eher ein Albtraum. Die Diskussion über das Für und Wider der Duldung der Neobiota nimmt mitunter eigenartige Formen an. Einige „Wissenschaftler“ werfen den Gegnern der Neozoen Rassismus vor, hier werden Begriffe missbraucht, die man besser da lässt, wo sie hingehören. Ob willkürlich eingeschleppte Arten die Dynamik eines Ökosystems beleben, möchte ich stark bezweifeln. Sachlichkeit bleibt im Natur und Artenschutz oft auf der Strecke. Im Artenteil werde ich näher auf die von einigen „Tierischen Immigranten“ verursachten Schäden im Ökosystem eingehen. Diese Schäden nicht zu sehen oder zu ignorieren ist einem ernsthaften Wissenschaftler unwürdig. Leider ist aber genau das bei einem Großteil der Wissenschaftswelt der Fall.Jede Tier- und Pflanzenart hat seine eigene Nische im Ökosystem, in der sie nur bedingt Konkurrenz verträgt. Kommen neue Arten dazu, entbrennt zwangsläufig ein Konkurrenzkampf um Ressourcen und Lebensraum.

Werden bei diesen Konfrontationen einheimische Arten gefährdet oder verdrängt, sind Beeinträchtigungen im Ökosystem eingetreten.Besonders problematisch ist die Geschichte bei Arten, welche aus dem Mittelmeerraum von selber bei uns einwandern. Diese als Invasoren zu bezeichnen ist äußerst unsachlich. Die meisten unserer Singvögel sind erst nach der großflächigen Rodung der Urwälder bei uns eingewandert. Keiner käme auf die Idee diese Arten als Invasoren zu bezeichnen. Auch in neuerer Zeit kommen infolge der Klimaerwärmung zunehmend neue Arten selbstständig zu uns (Taubenschwänzchen, Wespenspinne). Im Folgenden möchte ich einige invasive Arten stellvertretend aufzählen und deren Einfluss auf unsere Ökosysteme verdeutlichen.

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